Handwerkskammer Aachen - Jahresbericht 2025Wettbewerbe

Wettbewerbe zeigen die Stärke der Handwerkerinnen und Handwerker im Kammerbezirk Aachen. Bundessiege bei „Die Gute Form“, Spitzenplätze bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk und Auszeichnungen beim Staatspreis MANUFACTUM belegen die hohe Ausbildungsqualität und das kreative Potenzial junger und gestandener Fachkräfte.

Mit Gold im Herzen und in den Händen

Die Aachener Goldschmiedin Anouk Scholz gewann im Kreativwettbewerb „Die Gute Form“ den Bundessieg und zählt damit zur nationalen Spitze des Handwerks. Nach ihrem Abitur entschied sie sich bewusst für eine handwerkliche Laufbahn und begann 2020 ihre Ausbildung bei Goldschmiedemeister Benedikt Förster-Heyne in der Gold- und Silberschmiede Förster am Aachener Klosterplatz. Mit ihrem kunstvoll gestalteten Gesellenstück – einem Halsreif aus Sterlingsilber mit Saphir und beweglichem Anhänger – wurde sie zunächst Kammer- und Landessiegerin und schließlich Bundessiegerin. Während der Ausbildung sammelte sie über Erasmus+ Erfahrungen in Österreich, Schweden und Japan. Für ihre Leistungen erhielt sie zudem ein Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung. Fürs weitere Jahr plante Scholz ein Studium der Metallgestaltung in Hildesheim – mit dem Ziel, ihre handwerklichen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und junge Menschen für das Handwerk zu begeistern.

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Handwerkskammer Aachen - Doris Kinkel-Schlachter
In der Werkstatt wird gelötet und gefräst: Die Ausbildung zur Goldschmiedin hat Anouk Scholz mit Bravour abgeschlossen. Anschließend ist sie bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk Kammer-, Landes- und zuletzt auch Bundessiegerin geworden. Beim Kreativwettbewerb „Die gute Form“ konnte sie glänzen.

Vom Mathe-Studenten zum Bundessieger

Lukas Paar aus Baesweiler schlug einen ungewöhnlichen Weg ins Handwerk ein: Nach drei Jahren Lehramtsstudium entschied er sich für eine Ausbildung zum Tischler – und wurde Bundessieger im Wettbewerb „Die Gute Form“. Sein Gesellenstück „Exzentrelliptisch“, ein kunstvoll gestalteter Solitär mit raffiniert integrierten Schubkästen, überzeugte die Jury durch Form und handwerkliche Präzision. Ausgebildet wurde Paar bei Franz-Josef Bronneberg in der Interior Manufactur in Baesweiler-Beggendorf, der großen Wert auf hochwertige Materialien und intensive Förderung seiner Auszubildenden legt. Weiter ging es für den 26-Jährigen mit der Meisterschule bei der Handwerkskammer Aachen. Seine Geschichte möchte er als Ermutigung verstanden wissen: Eine Ausbildung im Handwerk kann eine attraktive Alternative zum Studium sein – für Lukas Paar auch die bessere Wahl.

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Bildercollage: Franz-Josef Bronneberg und Lukas Paar mit seiner Urkunde, Bundessieg im Kreativwettbewerb Die gute Form. Exzentrelliptisch: Gesellenstück von Lukas Paar.
Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Gutes Gespann: Franz-Josef Bronneberg und Lukas Paar mit seiner Urkunde über den Bundessieg im Kreativwettbewerb »Die gute Form«. »Exzentrelliptisch«: So heißt das Gesellenstück von Lukas Paar. »Eine beeindruckende handwerkliche und konstruktive Leistung von hoher Ästhetik«, hieß es in der Bewertung der Jury.

Präzision entscheidet beim Wettbewerb

Blick hinter die Kulissen: Beim Landesentscheid der Deutschen Meisterschaft im Handwerk (DMH) im Bildungszentrum BGZ Simmerath der Handwerkskammer Aachen bewertete eine fünfköpfige Jury die Gesellenstücke junger Steinmetzinnen und Steinmetze aus ganz Nordrhein-Westfalen. Fünf kunstvoll gestaltete Arbeiten standen zur Auswahl – darunter eine gedrehte Steinskulptur, ein weiblicher Torso und eine Schale mit herauswachsender Fischflosse. Über mehrere Stunden prüften die Juroren die Werke sorgfältig, diskutierten Details und bewerteten handwerkliche Schwierigkeit, Genauigkeit der Ausführung, Oberflächengestaltung und Gesamteindruck. Währenddessen warteten die jungen Handwerkerinnen und Handwerker draußen gespannt auf das Ergebnis.

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Jedes Objekt wurde konzentriert betrachtet und geprüft. Die Arbeit der Jury beim Landesentscheid der Deutschen Handwerksmeisterschaften in Simmerath.
Handwerkskammer Aachen - Alexander Bank
Jedes Objekt wurde konzentriert betrachtet und geprüft.

Nachwuchstalente auf Erfolgskurs

Die Deutsche Meisterschaft im Handwerk (DMH) zeigte im Kammerbezirk Aachen, wie Wettbewerbe junge Talente sichtbar machen und Ausbildungsbetriebe stärken. Zwei Beispiele waren Selina Diekers, Steinmetzgesellin aus Wassenberg, und Elias Schmidt, Stuckateur aus Nettersheim-Marmagen. Beide wurden Landessieger in ihren Gewerken und qualifizierten sich für den Bundesentscheid. Diekers hatte ihre Ausbildung im Steinmetzbetrieb Naturstein Lindholm in Erkelenz-Gerderath absolviert und überzeugte mit ihrem kunstvollen Gesellenstück „Fischblase“. Elias Schmidt absolvierte seine Ausbildung bei Stuckateurmeister Michael Hermes in Hellenthal und arbeitet inzwischen im Familienbetrieb weiter. Die DMH gilt als wichtiger Karriereschritt für junge Fachkräfte und stärkt zugleich das Image engagierter Ausbildungsbetriebe, die ihre Talente fördern und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

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Die beiden Nachwuchstalente, Selina Diekers und Elias Schmidt sind die besten ihres Gewerks auf Kammer- und NRW-Ebene. Nun messen sie sich beim Bundesfinale der Deutschen Meisterschaft mit den besten jungen Handwerkerinnen und Handwerkern.
Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter und Privat
Die beiden Nachwuchstalente sind die besten ihres Gewerks auf Kammer- und NRW-Ebene. Nun messen sie sich beim Bundesfinale der Deutschen Meisterschaft mit den besten jungen Handwerkerinnen und Handwerkern.

Zwei Staatspreise für den Kammerbezirk Aachen

Beim Staatspreis MANUFACTUM, der höchsten Auszeichnung Nordrhein-Westfalens für angewandte Kunst und Design im Handwerk, gingen zwei Preise in den Bezirk der Handwerkskammer Aachen. Paul Vietz aus Aachen wurde in der Kategorie Möbel für sein Regal „Fleco II“ ausgezeichnet. Die Jury überzeugte besonders die innovative, leimfreie Konstruktion, die ohne Werkzeuge auskommt und dennoch hohe Stabilität bietet. Anke Wolf aus Stolberg erhielt den Preis in der Kategorie Objekt & Skulptur für ihre Glasarbeit „Stillleben“. Die dreiteilige Serie von „Fallobst-Äpfeln“ thematisiert Vergänglichkeit und entstand in der aufwendigen pâte-de-verre-Technik.

Kammerpräsident Marco Herwartz lobte: Die Preise für Paul Vietz und Anke Wolf zeigen eindrucksvoll, welches kreative Potenzial im Handwerk unserer Region steckt. Beide Werke verbinden handwerkliche Präzision mit gestalterischer Innovation – genau das macht den Geist des Staatspreises MANUFACTUM aus.“ Der Staatspreis wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert.

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Foto: RG / WHKT
o.l.n.r.: Andreas Ehlert, Präsident Handwerk.NRW, Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT), Dr. Christian Walda, stellv. Direktor MKK und Mitglied der Preisjury | u.l.n.r.: Zohair Zouirech, Dr. Florian Hartmann, WHKT-Hauptgeschäftsführer, Uta K. Becker, Gabi Mett, Thomas Westphal, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, Anke Wolf, Paul Vietz, Julian Braun

Mit Bronze Gold geholt

Die Nachwuchstischlerin Hannah Bronneberg gewann mit ihrem Gesellenstück den Landeswettbewerb „Die Gute Form“ in Nordrhein-Westfalen. Das Sideboard aus amerikanischem Nussbaum, veredelt mit Bronze-Metalliclack, überzeugte die Jury durch die harmonische Abstimmung von Material, Farbe und Gestaltung. Besonders hervorgehoben wurden das filigrane Gestell, die dezent ausgestellten Stollen sowie ein integrierter Schaukasten für besondere Erinnerungsstücke. Bronneberg absolvierte ihre Ausbildung in der Schreinerei Stefan Kraik in Erkelenz und arbeitet heute im väterlichen Betrieb. Insgesamt nahmen 45 Gesellinnen und Gesellen mit ihren Möbelstücken am Wettbewerb teil, die Anfang November auf der Messe „MHH Erlebniswelten“ in Essen präsentiert wurden. Als Landessiegerin qualifizierte sich Hannah Bronneberg für den Bundeswettbewerb im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München.

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Hannah Bronneberg gewinnt mit ihrem Sideboard den Gestaltungswettbewerb „Die Gute Form“. Gruppenbild aller Siegerinnen und Sieger

Karriere: Mauerfest!

Mit 22 Jahren wurde Maximilian Reinartz aus Wallenthal bei Kall Landessieger bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk und damit bester Maurer Nordrhein-Westfalens. Nach dem Gewinn des Kammerentscheids setzte er sich beim Landeswettbewerb in Krefeld gegen vier Mitbewerber durch. Seine Ausbildung absolvierte Reinartz bei Manstein Bau, wo er von Anfang an praktische Verantwortung übernehmen konnte und den Bau ganzer Einfamilienhäuser miterlebte – von der Bodenplatte bis zum Dachgeschoss. Ursprünglich hatte er über ein Architekturstudium nachgedacht, entschied sich nach praktischen Erfahrungen auf Baustellen jedoch bewusst für das Maurerhandwerk. Besonders schätzt er die Arbeit im Team, die Tätigkeit an der frischen Luft und das sichtbare Ergebnis seiner Arbeit: Häuser, die Menschen ein Zuhause geben. Perspektivisch plant Reinartz den Meistertitel und möchte anschließend wieder in seinem Ausbildungsbetrieb Verantwortung übernehmen.

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Privat

Auf der Straße der Besten

Der Straßenbauer Niklas Zartenar aus Würselen erreichte beim Bundesfinale der Deutschen Meisterschaft im Bauhandwerk den zweiten Platz. In der Bayerischen Bauakademie in Feuchtwangen stellte der 20-Jährige sein Können unter Beweis: Zunächst berechnete er Form und Struktur seines Wettbewerbsstücks, anschließend setzte er es innerhalb von zwei Tagen praktisch um. Zartenar zeigte sich trotz eines kleinen Rechenfehlers mit dem Vizetitel zufrieden und hob besonders die gute Atmosphäre unter den Teilnehmenden hervor. Große Unterstützung erhielt er aus der Heimat – sogar sein ehemaliger Chef Werner Prepols reiste zum Wettbewerb an. Aktuell besucht Zartenar die Meisterschule in Vollzeit. Perspektivisch möchte er gemeinsam mit seinem Bruder in den elterlichen Transport- und Baustoffhandelsbetrieb in Würselen einsteigen und später Verantwortung im Familienunternehmen übernehmen.

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ZDB/CLaudius Pflug

Klingender Karriereauftakt: Melina trifft den richtigen Ton

Die 23-jährige Melina Winkelmann wurde bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk zweitbeste Orgelbauerin Deutschlands. Ihre Ausbildung absolvierte sie seit 2021 beim traditionsreichen Betrieb Weimbs Orgelbau in Hellenthal, nachdem ein Praktikum ihr Interesse an dem seltenen Handwerk geweckt hatte. Über ihre hervorragende Gesellenprüfung qualifizierte sie sich zunächst als Kammer- und Landessiegerin für den Bundesentscheid in Ludwigsburg, bei dem sie punktgleich mit dem Bundessieger abschloss. Die Aufgaben reichten vom Löten einer Pfeife bis zur Fertigung einer passgenauen Halterung aus Kirschholz. Am Orgelbau begeistert sie vor allem die Vielfalt der Materialien und Tätigkeiten – von Werkstattarbeit über Wartungen bis zu internationalen Projekten. Nach ihrem Erfolg arbeitet Winkelmann weiterhin im Ausbildungsbetrieb und möchte ihre Fähigkeiten dort weiterentwickeln.

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Wimmelbild: Geordnetes »Gewusel« in der Montagehalle von Orgelbau Weimbs. Orgelbauerin Melina Winkelmann trifft den richtigen Ton.
Handwerkskammer Aachen - Doris Schlachter
Wimmelbild: Geordnetes »Gewusel« in der Montagehalle von Orgelbau Weimbs. Orgelbauerin Melina Winkelmann trifft den richtigen Ton.